Aus dem Rathaus Bühl

Stadt Bühl kämpft gegen Asiatische Tigermücke – Bekämpfung im Stadtgebiet startet

Stadt Bühl kämpft gegen Asiatische Tigermücke – Bekämpfung im Stadtgebiet startet
Um mögliche Verbreitungsgebiete der Tigermücke frühzeitig zu erkennen, sind Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung sehr hilfreich. Foto: KABS / Björn Pluskota

Baden-Baden, 07.05.2024, Bericht: Redaktion Zur Bekämpfung der Tigermückenpopulation hat die Stadt Bühl die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V., KABS, beauftragt. Die KABS führt die Bekämpfung in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und der Stadtverwaltung im Zeitraum von Mai bis Ende September durch.

Die Asiatische Tigermücke verbreitet sich durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bereits seit Jahrzehnten weltweit und trifft mittlerweile auch bei uns durch mildere Temperaturen auf einen geeigneten Lebensraum. 2022 ist erstmals eine kleine Population der ursprünglich aus Südostasien stammenden Tigermücke im Stadtkern von Bühl südlich der Klostergärten nachgewiesen worden. Vergangenes Jahr wurden zudem durch Fallenfänge mehrere Eigelege der Asiatischen Tigermücke im Stadtgebiet entdeckt. Die Ergebnisse des Monitorings sprechen dafür, dass es sich bereits um eine etablierte Population handelt, die sich immer weiter ausbreitet.

 
Die weitere Mitteilung aus dem Rathaus Bühl vom 6. Mai 2024 im Wortlaut:

Die Tigermücke stellt ein nicht unerhebliches potenzielles Gesundheitsrisiko dar, denn sie ist in der Lage eine Vielzahl von Krankheitserregern wie das Dengue-, Zika-, Chikungunya- und das Westnil-Virus auf den Menschen zu übertragen. Dabei trägt sie die Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich, sondern muss zunächst einen infizierten Menschen stechen, bei dem die entsprechenden Viren im Blut vorhanden sind. Diese Viren sind in Baden-Württemberg zwar aktuell nicht verbreitet, werden jedoch immer wieder zum Beispiel durch Reiserückkehrende eingetragen. Dann besteht vor allem bei längeren Wärmeperioden die Gefahr einer Übertragung von einer infizierten Person über die Tigermücke auf eine weitere Person. Die Gefahr, sich durch den Stich einer Tigermücke mit einem der genannten Krankheitserreger zu infizieren, ist durch die geringe Verbreitung der Erreger zum jetzigen Zeitpunkt jedoch gering.

Um eine Verbreitung der Tigermücke zu verhindern, sind Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen notwendig. Im Fokus der Bekämpfung stehen die Brutstätten der Tigermücke. Diese sind zum Beispiel Wasseransammlungen in Blumentopfuntersetzern, Vogeltränken, Dachrinnen oder offene Regentonnen. Bürger können hier bereits präventiv einer Ansiedlung entgegenwirken, indem sie zu Beginn des Frühjahrs ihren Garten, Balkon oder Fensterbretter auf mögliche Brutstätten überprüfen und über den Sommer Wasseransammlungen möglichst vermeiden. Können Brutstätten jedoch nicht beseitigt werden, wie Hofgullys, oder werden Wasseransammlungen im Sommer benötigt, etwa zum Gießen der Pflanzen im Garten, ist eine regelmäßige biologische Behandlung der Brutstätten notwendig. Hierzu wird auf einen Wirkstoff zurückgegriffen, der aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis gewonnen wird und gezielt Stechmückenlarven abtötet. Der Wirkstoff tötet lediglich Mückenlarven ab, ist jedoch für andere Insektengruppen wie Bienen als auch für Haustiere, Igel, Vögel und den Menschen völlig unbedenklich.

Die Brutstätten sind nicht leicht zu identifizieren, da die Tigermücke auch kleinste wassergefüllte Hohlräume nutzt. Ziel ist es, alle vorhandenen Brutstätten zu erkennen und zu bekämpfen. Potenzielle Brutstätten vollumfänglich zu erkennen, ist für ungeschulte Personen nicht ohne weiteres leistbar. Daher ist es wichtig, dass die Behandlung von Brutstätten im festgelegten Bekämpfungsgebiet auch auf Privatgrundstücken durch geschulte Mitarbeiter der KABS durchgeführt wird.

Grundstückseigentümer, deren Liegenschaft sich in einem Verbreitungsgebiet der Tigermücke befinden, werden im Vorfeld über die bevorstehenden Bekämpfungsmaßnahmen informiert. Für den Einsatz der KABS entstehen den Betroffenen keine Kosten. Eine Begehung vor Ort durch Mitarbeitende der KABS dauert in der Regel nicht länger als zehn bis 15 Minuten. Die Stadt Bühl bittet deshalb alle Anwohner um Mithilfe, denn nur so kann die KABS die Asiatische Tigermücke erfolgreich bekämpfen und eine weitere Ausbreitung verhindern.

Um weitere mögliche Verbreitungsgebiete der Tigermücke frühzeitig zu erkennen, sind Tigermücken-Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung sehr hilfreich. Die im Vergleich zu heimischen Stechmücken relativ kleine Tigermücke ist tagaktiv, stechfreudig und an ihrem charakteristischen schwarz-weißen Muster sowie an einer markanten, weiß-silbrigen Linie, die vom Kopf zum Rücken verläuft, erkennbar. Vor allem Fotos der Stechmücke, gerne aus verschiedenen Perspektiven, helfen bei der Einschätzung, ob es sich um eine Asiatische Tigermücke handelt. Für die Meldung einer Sichtung oder auch bei Fragen wendet man sich an die KABS per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .




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